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Die Prägung


Messingstempel oder Prägeätzung

Die Prägung ist die traditionsreichste Art einen Kalendereinband mit einer Firmenwerbung zu versehen. Benötigt wird dazu eine Prägepresse, ein Prägestempel und ggf. eine Prägefolie.
Die Prägepresse besteht in ihrer einfachsten Form aus zwei Stahlplatten. Auf der unteren Platte wird
der zu prägende Kalender fixiert, auf der oberen, beheizbaren Platte wird der gewünschte Prägestempel mit einem Spezialkleber aufgeklebt. Die obere Platte wird nach unten gedrückt, wobei sich der Prägestempel in das Material preßt und dort einen Abdruck hinterlässt, der tiefer ist als die übrige Materialoberfläche.
Der Prägestempel ist ein Werkzeug, dessen hochstehende Flächen oder Linien sich in dem Einbandmaterial abdrücken. Der Stempel muss das zu prägende Symbol spiegelverkehrt zeigen.
Die Prägeätzung besteht aus Magnesium. Die nichtprägenden Teile werden ausgeätzt, während die prägenden Teile fototechnisch gegen den Ätzvorgang geschützt sind. Prägeätzungen halten, je nach dem zu prägenden Material, bis zu 5000 Prägungen ohne großen Qualitätsverlust aus.

Messingprägestempel setzt man bei mehr als 5000 Prägungen und bei komplizierten Motiven ein. Aus einer Messingplatte werden die nichtprägenden Teile ausgefräst, die prägenden Teile bleiben stehen. Auf diese Art lassen sich feine und feinste Linien als Prägung darstellen. Messingprägestempel sind erheblich teurer als Prägeätzungen, bieten häufig aber auch ein besseres Prägeergebnis.
Stahlstempel unterscheiden sich von Messingprägestempeln nur durch das härtere Material und sind damit für eine (fast) unbegrenzte Anzahl von Prägungen geeignet. Die Fertigung von Stahlstempeln ist aufgrund der Materialhärte erheblich aufwendiger und damit teurer als die von Messingprägestempeln.
 


Aufbau einer Prägefolie:
1 Trägerfolie (transparent)
2 Farbschicht (bzw. Metallfolie)
3 Klebeschicht/Heissleim



Links:
Steiler Fuß eines Messingstempels
Rechts:
Schräger Fuß einer Prägeätzung
(rot=Pägefläche)
  Die Prägefolie wird eingesetzt, wenn die Prägung nicht als „Blindprägung“ gewünscht wird, sondern in Gold-, Silber- oder einer bestimmten Farbe. Das Prinzip besteht darin, dass auf einer transparenten Trägerfolie eine Farbschicht aufgebracht wird und darauf eine Schicht aus Klebstoff, der sich bei Hitze verflüssigt. Das Ergebnis ist eine hauchdünne Prägefolie, die zwischen Prägestempel und Material liegt (mit der Klebeschicht zum Material). Der heiße Prägestempel drückt die Folie in das Material, der Klebstoff verflüssigt sich kurz und haftet dann fest am Material. Die nichtdruckenden Teile bleiben auf der Folie zurück. Auf diese Art und Weise lassen sich erstaunlich filigrane Ergebnisse erzielen. Problematisch sind einige weiche, sehr lederähnliche Materialien. Die Hitze des Prägestempels muss dann sehr genau eingestellt werden, damit der Klebstoff der Prägefolie verflüssigt wird, nicht aber die Oberfläche des zu prägenden Einbandes. Schon geringste Schwankungen bei den angelieferten Einbandmaterialien können dazu führen, dass Prägungen nicht so exakt ausgeführt werden können, wie dies eigentlich erwünscht ist.
Ein Problem entsteht beispielsweise, wenn das Material beim Prägevorgang unflexibel reagiert: Es weicht dem Prägestempel nicht aus, sondern schmiegt sich seitlich an die hochstehenden Teile an. Die Farbschicht der Prägefolie bleibt dann nicht nur auf dem Boden des Abdruckes haften, sondern auch an den Seiten. Das ist häufig der Grund für eine etwas unsauber wirkende Prägung. Diese Schwierigkeit tritt eher bei Verwendung einer Prägeätzung auf, da die Seitenteile einer Ätzung in einem flacheren Winkel ansteigen als bei einem Messingprägestempel.

 
 


Prägefolie nach dem Prägevorgang
 

Durch die Kombination verschiedener Farbfolien lassen sich mehrfarbige Prägungen mit besondes interessanten Wirkungen erzielen. Da sich aus technischen Gründen Passerschwierigkeiten ergeben könnten, sollten die Möglichkeiten im Einzelfall geklärt werden.
Die Farben der Prägefolien lassen sich nicht mischen! Wenn ein Kunde eine bestimmte HKS- oder Pantonefarbe (z.B. seine Hausfarbe) vorgibt, wird versucht, diese Farbe möglichst genau zu treffen. Dies ist aber nur im Rahmen des Angebotes möglich, das die Folienlieferanten zur Verfügung stellen. Da für nahezu jedes zu prägende Material eine Prägefolie mit speziellen Eigenschaften erforderlich ist, muss die Farbauswahl begrenzt sein. Dennoch ist es fast immer möglich, hier Wunsch und Möglichkeit aufeinander abzustimmen.

 

 


Gegossene Linotype-Einzelnamen
  Erwähnung finden soll in diesem Zusammenhang auch eine besondere Art der Personalisierung eines Kalenders: Die Einzelnahmensprägung.
Der Prägevorgang entspricht den geschilderten Abläufen. Der Einzelname wird jedoch nicht als Prägeätzung gefertigt, sondern zumeist in speziellen Maschinen gegossen (aus einer verflüssigten Metall-Legierung, die später eingeschmolzen und wiederverwertet wird). Lediberg arbeitet mit einem zeitgemäßeren Verfahren. Unsere, speziell für die Prägung von Einzelnamen entwickelte Prägepresse, prägt die Buchstaben einzeln mit den auf einem Typenrad angebrachten Messingbuchstaben. Der Prägevorgang ist dadurch zwar relativ langsam, das Ergebnis qualitativ aber eindeutig besser als bei der Prägung mit Linotype-Einzelnamen. Besonders vorteilhaft ist, dass die vom Kunden auf einer Diskette (3,5", TXT-Format) angelieferten Daten von der Maschine direkt übernommen und verarbeitet werden können. Schreibfehler wie bei der Linotype (die Namen müssen manuell auf einer Tastatur eingegeben werden) können nicht auftreten -- und deshalb entfällt auch das zeitaufwendige Hin- und Herschicken von Korrekturabzügen.
 
 
 
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